Unsere Produzenten

Peter Inhoven

Manchmal riecht man die Anwesenheit von Peter Inhoven schon von weitem. Dann, wenn der Metzger aus Düsseldorf seinen mobilen Stand aufgebaut hat, und der Wind einem neben dem Rauch der Holzkohle den köstlichen Duft der Würste auf dem Rost in die Nase weht. Da läuft einem schnell das Wasser im Mund zusammen und man nähert sich dem Metzgermeister. Spätestens dann wird klar, warum Inhoven das Ganze Wurstzirkus nennt. Nicht nur seine Bratwurst-Kreationen vom Grill sind im Angebot, sondern gleichzeitig führt er authentisch begeistert ein kleines Leerstück in Sachen Metzgerhandwerk auf. Inhoven drückt kraftvoll einen Hebel und pumpt aus seiner Maschine frisches Brät in Därme und gibt die Würste nach dem Abdrehen direkt auf die Glut.

Der Metzger als Star


Peter Inhoven ist ebenso wie die von ihm kreierten Wurstspezialitäten eine Type. Er fällt auf: Die langen grauen Haare zum Pferdeschwanz zurückgebunden, ein markantes Brillengestell auf der Nase und gekleidet mit einer perfekt sitzenden Steward-Jacke mit Gold-Litzen auf den Schultern. In dritter Generation leitete der Endvierziger die seit 1938 bestehende „Dorf“-Metzgerei. Das im Süden der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt gelegene Wersten gehört zwar nicht zu den charmantesten Stadteilen, hat sich in Teilen aber seinen beinahe dörflichen Charakter bewahrt. Noch bevor Hipster die fleischliche Selbstvermarktung für sich entdeckten, hat Inhoven erkannt, dass sein origineller Auftritt, der ihm sichtlich Spaß bereitet, für Aufmerksamkeit sorgt und so Kunden ins Geschäft bringt. Gleichzeitig - auch das liegt ihm am Herzen - kann der gebürtige Düsseldorfer so auch seine Metzer-Passion auf einprägsame und lockere Art nach außen tragen.

„Gott segne das ehrbare Handwerk“


Inhoven ist dabei wahrlich kein Schaumschläger. Bei unseren Besuchen begegnen wir stets Substanz und Historie. An den gleichsam altmodischen und zeitlosen, dabei überraschend kleinen Verkaufsraum, schließt die Wurstküche des Betriebs an. Wie für die Ewigkeit ist dort an einer Wand „Gott segne das ehrbare Handwerk“ in Fliesen manifestiert. Die Metzgerei Inhoven stellt, wie nicht mehr viele Fleischeierfachbetriebe, nahezu ihr gesamtes Sortiment von Frischwurst, Schinken, Salami und Blut- und Leberwürsten selbst her. Hier ist alles pikobello sauber und das kleine Team um Inhovens Schwager arbeitet emsig in weißer Hygienekleidung mit Gummistiefeln und Haube auf dem Kopf, aber keine Spur von gesichtsloser Fleischfabrik herrscht vor. So ein Betrieb genießt Bestandsschutz und dazu gehört auch der alte Räucherofen, dessen prägnanter Geruch sich schnell in unserer Kleidung und auf unserer Haut verfängt. Der Spruch vom Handwerk stimmt: Inhoven kauft von Bauern am Niederrhein „kernige“ Landschweine, die dann nach dem Schlachten vor Ort zerlegt werden. Schließlich besteht das Tier nicht nur aus Schnitzeln und Bratenteilen, sondern die Schwarte wandert in die Wurst und die Schweinebrühe, die für einige Wurstzubereitungen benötigt wird, stammt aus den Knochen. So gehört sich das. Ebenso, dass keine Geschmacksverstärker oder überflüssige Chemie in die Wurst kommt.

Was bist du denn für ‘ne Wurst?


Gerade wurde noch mit der Handschuh-Hand die Blutsuppe umgerührt und kräftig abgeschmeckt, jetzt wandern Fleischbrocken für Inhovens besondere Lieblinge in den Fleischwolf. Ein ganz besonderes Genre hat Peter Inhoven mit seinen Grill- und Bratwürsten geschaffen. Das beginnt bei klassischer Bratwurst und geht über die „Rheinische“ (mit einem Schwung Schweineblut an Blutwurst erinnernd) bis zur Eichsfelder, einer Wurst nach Thüringer Art mit viel Majoran. Da fängt es aber gerade erst an. Neben Interpretationen von Länderspezereien, wie einer italienischen Salsiccia mit wildem Fenchel oder der marokkanischen Merguez mit Lammfleisch, verbergen sich hinter Namen wie „Laotische“ oder „Shanghai Tiger“ spannende Geschmackserlebnisse. Neben Grundgewürzen wie Salz, Pfeffer geht es dann auch noch eine Stufe außergewöhnlicher. So wandern dann auch Teriyaki- und Austernsauce, Kaffirlimettenblätter, Chilischoten, Ingwer oder Rote Beete und Muskatblüte in die Rohbratwürste. Da bleibt der Grill nicht lange kalt...