Unsere Produzenten

Jörg Geiger

Die Geschichte einer Birnenliebe.
Am Rande der schwäbischen Alb sind die Birnen noch in Ordnung. Hier liegt das Örtchen Schlat, hier gibt es Streuobstwiesen (das Gegenteil von Obstplantagen), hier lebt und wirkt Jörg Geiger. Vor 14 Jahren übernahm er den elterlichen „Gasthof Lamm“ mit dem festen Vorsatz, etwas ganz Eigenes daraus zu machen. Er schaute sich um, sah 5 Champagner-Bratbirnbäume - und  erinnerte sich, dass der Großvater aus dem Obst dieser knorrigen Riesen einen köstlichen, moussierenden Most zu machen pflegte. Jörg Geiger beschloss, sich Großvaters Talent für Most anzueignen und startete die Qualitäts-Obstwein-Offensive. Deren hohes Ziel: die „Kulturlandschaft Streuobstwiese“ erhalten und dabei frische, reinsortige Obstweine herstellen. Jörg Geiger gewann vier Obstsaft- und Destillat-Experten aus der Gegend sowie die ortsansässigen Landwirte mit ihren Streuobstwiesen  für seine Idee (denn 5 Bratbirnbäume reichen auf Dauer nicht). Man entwickelte Qualitätsverpflichtungen weit jenseits der herkömmlichen für Obstweinproduktion, also ohne Wachstumsregularien, Ausdünnungsmittel, Gentechnik und Pflanzenschutzmittel. In Schlat erntet man außerdem natürlich, das heißt: Die Birnen werden nicht vom Baum geschüttelt. Die vollreifen Früchte fallen von allein ins Gras. Sonst sind sie ja nicht vollreif.

Geiger und seine Mitstreiter lassen sich die einmalige Qualität ihrer Produkte sogar staatlich bescheinigen. Die Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstanbau in Weinsberg  garantiert: Die Qualität der Schlater Birnen liegt bei mindestens 55 Oechslegrad. Sie werden sortenrein geliefert und die Vergärung erfolgt gekühlt und im eigenen Keller.

Methode champenoise
Die Champagner Bratbirne, bereits 1760 urkundlich gelobt als Birne „allerersten Ranges“ und mit „üppigem Aroma“, wird traditionell und sorgfältig, geradezu liebevoll verarbeitet. Geiger folgt der méthode champenoise, dem ältesten Verfahren, um die zweite Gärung bei der Herstellung von Schaumwein einzuleiten. Die vollreife Birne wird zunächst gewaschen, gemahlen und schonend bei geringem Druck gepresst. Der süße Birnensaft übernachtet im sogenannten Absetztank, um am nächsten Morgen in den entsprechenden Gefäßen zur ersten Gärung zu kommen. Fast drei Monate dauert dann die langsame Kaltgärung im Keller. So bleiben die Aromen erhalten; und es entwickelt sich die natürliche Kohlensäure, die sich nach dem Öffnen der Flasche als perlige Verheißung freisetzt. Ende Dezember bis Anfang Januar folgt - nach Abstich und Filtration - die Zusammenstellung der Cuveés: trocken, brut und extra brut. Nach der Flaschenfüllung beginnt die zweite Gärung mit Restzucker und Champagnerhefe. Insgesamt bleibt der Schaumwein also mindestens 9 Monate in der Flasche, bevor er behutsam durchgerüttelt, vom Hefepfropf befreit wird - und endlich in die Genießerkehlen gelangen kann. Das alles ist Liebesarbeit an der Birne, und die bedeutet auch: Den Schaumwein von Geiger gibt es nicht in Massen. Jörg Geiger hat nämlich nicht vor, seinen Manufakturstatus aufzugeben.

Die Liebesarbeit lohnt sich.
Der Birnenschaumwein von der Champagner Bratbirne schmeckt wie kein anderer Schaumwein. Er ist natürlich birnig, mit Anklängen an Muskat und Kirsche; feinperlig. Sehr angenehm ist der trinkfreudige Alkoholwert von 8% - der milde, runde Birnenschaumwein eignet sich also nicht nur als  vergnüglicher Begleiter lauer Sommerabende, sondern er gefällt auch gerne am Mittag.