Unsere Produzenten

Christophe Rochais

Challans liegt am Rand des bretonischen Marschlandes in der Region Pays de la Loire. Die Gegend gilt als Epizentrum der französischen Entenzucht, die Bauern finden hier ideale Bedingungen vor: ein mildes Klima rund ums Jahr, sumpfige und saure Böden, auf denen üppiges, weiches Gras wächst. Die kräuterreichen Wiesen profitieren vom nahe gelegenen Atlantik und der salzigen Luft. Wind und Meer sind ein starkes Team in diesem von Prielen, Kanälen und Teichen durchzogenen Landstrich. „Ein Eldorado für Naturliebhaber und für Enten.“, findet Christophe Rochais von der Erzeugergemeinschaft.


Ente essen wie Gott in Frankreich


Vor allem die gehobene Gastronomie schätzt die Challans-Ente. Besonders das etwas kleinere weibliche Federvieh gilt wegen des fein-aromatischen, festen und vergleichsweise fettarmen Fleisches als Nonplusultra. Seit 1985 trägt die Canard de Challans ein rotes Siegel, das strenge Qualitätskriterien definiert. „Label Rouge“ verspricht nicht nur allererste geschmackliche Güte, sondern auch eine artgerechte und bedeutend längere Aufzucht im Vergleich zum Standardgeflügel, eine natürliche Fütterung auf Getreidebasis und viel Auslauf. Der Zusatz „Fermier“ garantiert die Freilandhaltung auf Bauernhöfen, jedes Exemplar wird dort mit einer Klammer markiert und kann nachverfolgt werden.

Rund 100 Bauern sind der Erzeugergemeinschaft angeschlossen, die Erfüllung der Vorgaben wird penibel überprüft, die Erzeuger werden streng ausgewählt. Für die Mitglieder der Kooperative geht es allerdings um mehr als eine reine Erfüllung der strikten Vorgaben. Die Challans-Ente ist ein regionales Produkt, auf das man stolz ist, ein Teil der Kulturlandschaft und des kulinarischen Erbes – und das will man erhalten. Bio interessiert hier weniger, lieber haben die Franzosen eine saftige, kross gebratene Label Rouge-Ente stattlicher Größe auf ihrem Tisch.

Urlaub auf dem Bauernhof


Tatsächlich geht es den Tieren ausgesprochen gut. Pro Hof dürfen maximal vier Freilandgehege betrieben werden. Die Küken kommen nach dem Schlupf in einen großen Offenstall mit Stroheinstreu und können sich dort frei bewegen. Sobald das Federkleid ausgebildet ist und sie robust genug für das abenteuerliche Leben im Freien sind, dürfen sie ins Grüne. Meist ist das nach fünf bis sechs Wochen der Fall. Bis zur Schlachtung vergehen mindestens 74 glückliche Enten-Tage. Im einzigen Schlacht- und Zerlegebetrieb für Challans-Enten werden diese noch trocken gerupft – eine aufwendige Methode, die für zartes Fleisch und ein ebenmäßiges Hautbild der Tiere sorgt. Die Produktion ist streng reglementiert: Pro Woche werden maximal 4.800 Challans-Enten Label Rouge Fermier geschlachtet. Das ist, verglichen mit den Zahlen der konventionellen Geflügelzucht, ausgesprochen wenig. Allein beim größten deutschen Geflügelerzeuger sind es pro Woche 4,5 Millionen Hühner auf der Schlachtbank. Christophe Rochais denkt da in kleineren Dimensionen. Umso großartiger ist das, was für ihn zählt: Herkunft, Qualität und Geschmack.