Noir de Bigorre
Nussiges gibt. Da, wo die französischen Pyrenäen am grünsten sind, liegt ein Schweine-Eden: Hier schlendert und trabt das schwarze Bigorre Schwein über fruchtbare Weiden und durch dichte Wälder, verleibt sich vor allem Getreide, Eicheln, Kastanien und Oliven ein. Der Paarhufer wird noch halb wild, also wie im Mittelalter gehalten, aufgezogen und erst sehr spät, nämlich im Alter von 12 Monaten, geschlachtet.
Die langsame, behutsame Aufzucht wirkt sich trefflich auf das Wachstum des intramuskulären Fettgewebes aus - was die feine Marmorierung des tiefroten Fleisches und den noch feineren Geschmack erklärt. (Durch den hohen Anteil an mono-ungesättigten Fettsäuren, also Fettsäuren, die auch im Olivenöl enthalten sind, ist das Fleisch übrigens hervorragend für kräftiges, schnelles Braten geeignet; es wird außen ganz knusprig und innen ganz zart.)
Dass das außergewöhnlich leckere Fleisch des Bigorre Schweins in Zeiten der industriellen Blitzmast und -Schlachtung überhaupt noch auf unsere Teller kommt, ist dem zähen Willen und Qualitätsbewusstsein ein paar weniger Züchter zu danken: Sie scheuen sich nicht, die Tiere aufwändig im Freien zu halten und erlauben sich maximal 25 Schweine pro Hektar und nicht mehr als 450 Exemplare pro Halter.

